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<title>Ferritstabantenne</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Ferritstabantenne</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Ferritstabantenne</b> oder <b>Ferritantenne</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic"><i>Loopstick antenna</i></span>) bezeichnet man eine <a href="Magnetantenne" title="Magnetantenne">Magnetantenne</a>, bei der eine <a href="Spule_(Elektrotechnik)" title="Spule (Elektrotechnik)">Spule</a> aus isoliertem <a href="Schaltdraht" title="Schaltdraht">Schaltdraht</a> oder <a href="Hochfrequenzlitze" title="Hochfrequenzlitze">Hochfrequenzlitze</a> auf einem <a href="Ferrite" title="Ferrite">Ferrit</a>stab aufgebracht ist. Die <a href="Antennentechnik" class="mw-redirect" title="Antennentechnik">Antenne</a> eignet sich für den Empfang von <a href="L%C3%A4ngstwelle" title="Längstwelle">Längst-</a>, <a href="Langwelle" title="Langwelle">Lang-</a>, <a href="Mittelwelle" title="Mittelwelle">Mittelwellen</a> oder gegebenenfalls auch <a href="Kurzwelle" title="Kurzwelle">Kurzwellen</a> und für Sonderanwendungen in der <a href="Telekommunikation" title="Telekommunikation">Telekommunikation</a> gelegentlich auch von <a href="Ultrakurzwelle" title="Ultrakurzwelle">Ultrakurzwellen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau_und_Beschaltung">Aufbau und Beschaltung</h2></div>
<p>Die Spule bildet mit einem <a href="Parallelschaltung" title="Parallelschaltung">parallel</a> geschalteten <a href="Kondensator_(Elektrotechnik)" title="Kondensator (Elektrotechnik)">Kondensator</a> einen <a href="Schwingkreis" title="Schwingkreis">Schwingkreis</a>, der auf das Sendesignal abgestimmt bzw. in <a href="Resonanz" title="Resonanz">Resonanz</a> gebracht wird. Zum werksseitigen Grundabgleich wird die Spule auf dem <a href="Ferritkern" class="mw-redirect" title="Ferritkern">Ferritkern</a> verschoben und abschließend mit <a href="Klebstoff" title="Klebstoff">Klebstoff</a> fixiert.
</p><p>Der <a href="Hochfrequenz" title="Hochfrequenz">Hochfrequenz</a>-Verstärkereingang des <a href="Rundfunkger%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Rundfunkgerät">Rundfunkgerätes</a> kann direkt an diesem Schwingkreis angeschlossen sein, oder er ist über eine weitere Spule auf dem Ferritstab <a href="Induktivit%C3%A4t" title="Induktivität">induktiv</a> angekoppelt; letztere Lösung ist bei <a href="Niederohmig" class="mw-redirect" title="Niederohmig">niederohmigen</a> Verstärkereingängen vorteilhaft.
</p><p>Bei einem Rückkopplungs<a href="Audion" title="Audion">audion</a> (Empfangsprinzip einfacher <a href="R%C3%B6hrenradio" class="mw-redirect" title="Röhrenradio">Röhrenradios</a>) kann zusätzlich eine Spule für die <a href="R%C3%BCckkopplung" title="Rückkopplung">Rückkopplung</a> auf dem Ferritstab angebracht sein.
</p><p>Ein Ferritstab kann bei entsprechender Länge auch mehrere Schwingspulen für verschiedene Empfangs<a href="Frequenzband" title="Frequenzband">bänder</a> tragen (Lang-, Mittel- und Kurzwelle, vgl. Abb.).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Material">Material</h2></div>
<p>Ferritantennen bestehen aus Ferriten, deren Zusammensetzung je nach Empfangs<a href="Frequenz" title="Frequenz">frequenz</a> anders gewählt werden muss:
</p>
<ul><li>mit Mangan-Zink-Ferriten werden Frequenzen bis etwa 2 MHz erzielt,</li>
<li>mit Nickel-Zink-Ferriten bis in den zweistelligen <a href="MHz" class="mw-redirect" title="MHz">MHz</a>-Bereich.</li></ul>
<p>Materialien für höhere Frequenzen haben in der Regel eine geringere <a href="Permeabilit%C3%A4tszahl" class="mw-redirect" title="Permeabilitätszahl">Permeabilitätszahl</a>.
</p><p>Die Spulen auf Ferritantennen werden aus <a href="Kupferlackdraht" title="Kupferlackdraht">Kupferlackdraht</a> oder <a href="Hochfrequenzlitze" title="Hochfrequenzlitze">Hochfrequenzlitze</a> gefertigt. Letztere ist nur bei mittleren Frequenzen sinnvoll (Lang- und Mittelwelle).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigenschaften">Eigenschaften</h2></div>
<p>Ferritantennen haben eine <a href="Polarisation" title="Polarisation">Polarisations</a>- und <a href="Richtwirkung" class="mw-redirect" title="Richtwirkung">Richtwirkung</a>:
</p>
<ul><li>zeigt das Ende eines Ferritstabes zum Sender, so ist die Empfangs<a href="Feldst%C3%A4rke" title="Feldstärke">feldstärke</a> minimal.</li>
<li>bildet der Ferritstab mit der Richtung zum Sender und zum vertikalen <a href="Sendemast" title="Sendemast">Sendemast</a> einen Winkel von <a href="Rechter_Winkel" title="Rechter Winkel">90 Grad</a>, so ist die Feldstärke maximal, weil die magnetischen <a href="Feldlinie" title="Feldlinie">Feldlinien</a> den Sendemast als waagerechte Ringe verlassen.</li></ul>
<p>Dieser Effekt wird auch zur <a href="Funkpeilung" title="Funkpeilung">Funkpeilung</a> mit Peilempfängern genutzt (Minimumpeilen), allerdings ist hierfür <a href="Kreuzpeilung" title="Kreuzpeilung">Kreuzpeilung</a> nötig (zwei Peilungen von unterschiedlichen Orten aus), um festzustellen, welches Ende der Ferritantenne zum Sender zeigt.
</p><p>Ferritantennen werden oft fest in den <a href="Empfangsger%C3%A4t" title="Empfangsgerät">Empfänger</a> eingebaut, so dass man für einen optimalen Empfang zuweilen das gesamte Gerät drehen muss. Weil <i>Röhrenradios für die Wohnung</i> früher zu groß und zu schwer waren, um diese für jeden Sender anders hinzudrehen, hatten diese oft eine manuelle Drehvorrichtung für die eingebaute Ferritantenne.
</p><p>Ferritstabantennen lösten weitgehend die zuvor üblichen <a href="Rahmenantenne" title="Rahmenantenne">Rahmenantennen</a> ab, weil sie bei vergleichbaren Empfangsleistungen nur etwa 1/20 des <a href="Volumen" title="Volumen">Raumbedarfes</a> beanspruchen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendung">Anwendung</h2></div>
<p>Ferritantennen werden vor allem für den <i>Empfang</i> von Funkwellen verwendet und sind bei Frequenzen unter 8 MHz (also Langwellen-, Mittelwellen- und ein Teil des Kurzwellen-Bereiches) eine sehr gute Lösung, da sie aufgrund ihrer Richtungsempfindlichkeit, der ausschließlichen Aufnahme magnetischer Felder und der Frequenz-<a href="Trennsch%C3%A4rfe" title="Trennschärfe">Selektivität</a> viele <a href="St%C3%B6rsignal" title="Störsignal">Störsignale</a> weniger stark aufnehmen als Draht- oder <a href="Stabantenne" class="mw-redirect" title="Stabantenne">Stabantennen</a>. Auch können sie problemlos innerhalb des Geräte-Gehäuses untergebracht werden – dieses muss hierzu jedoch aus Material bestehen, welches die Hochfrequenzwellen gut durchlässt (z. B. Holz oder Kunststoff).
</p><p>Heute werden Ferritantennen in den meisten <a href="Radio" title="Radio">Radios</a> – außer <a href="Autoradio" title="Autoradio">Autoradios</a> – für den Empfang von Lang- und Mittelwellen verwendet. Außerdem findet man sie in <a href="Funkuhr" title="Funkuhr">Funkuhren</a> und <a href="RFID" title="RFID">RFID</a>-Systemen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind professionelle Pagersysteme (<a href="Funkrufempf%C3%A4nger" class="mw-redirect" title="Funkrufempfänger">Funkrufempfänger</a>, z. B. <a href="Feuerwehr" title="Feuerwehr">Feuerwehr</a>), die auf UKW-Frequenzen arbeiten und die Anwendung besonders kleiner Antennen erfordern. Ferritantennen eignen sich auch sehr gut für Anwendungen im Lang- und Längstwellenbereich wie zum Empfang von Wetter- und <a href="Geophysik" title="Geophysik">geophysikalischen</a> <a href="Sferics" title="Sferics">Sferics</a> (auch Atmosphärische Impulsstrahlung genannt) und <a href="Schumann-Resonanz" title="Schumann-Resonanz">Schumann-Resonanzen</a>.
</p><p>Aufgrund ihrer kleinen Abmessungen und Drahtquerschnitte sowie aufgrund der <a href="Hysterese" title="Hysterese">Hysterese</a>verluste des Ferritmaterials haben Ferritantennen einen schlechteren <a href="Antennengewinn#Antennenwirkungsgrad" title="Antennengewinn">Wirkungsgrad</a> als Rahmen-Antennen und sind deshalb als Sendeantennen nur bedingt und nur für kleine <a href="Sendeleistung" title="Sendeleistung">Sendeleistungen</a> geeignet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ferrite_rod_antennas?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Ferritstabantennen</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Karl_Rothammel" title="Karl Rothammel">Karl Rothammel</a> u. Alois Krischke, <i>Rothammels Antennenbuch</i>, Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart, 11. Auflage 1995, ISBN 3-440-07018-2</li>
<li>Wolfgang Friese, <i>Außergewöhnliche Empfangsantennen und ihre Anpassung für den Längst-bis Kurzwellenbereich</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.spezialantennen.eu/assets/plugindata/poola/funkamateur082007.pdf">Th. Kimpfbeck: <i>DX-Empfang vom Schreibtisch aus mit Ferrit- und Loop-Antennen</i></a>, <a href="Funkamateur_(Zeitschrift)" title="Funkamateur (Zeitschrift)">Funkamateur (Zeitschrift)</a> Heft 8/2007, Seite 838ff, abgerufen am 15. April 2023</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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